Die Unabhängigen: Alphabetisierungskurse an der Volkshochschule müssen kostenlos sein

Heike Wiechmann

Die Volkshochschule Lübeck bietet auch im kommenden Semester Alphabetisierungskurse an. Während in vielen anderen Kommunen, wie beispielsweise in Kiel, die Kursgebühren von der Stadt übernommen werden, ist dies in Lübeck nicht der Fall. Die Unabhängigen werden deshalb fordern, dass die Hansestadt Lübeck im Haushalt 2020 einen Posten einstellt, damit die Alphabetisierungskurse für alle Betroffenen aus dem städtischen Haushalt bezahlt werden.

Heike Wiechmann, Mitglied der Unabhängigen im Beirat der Volkshochschule dazu: „Beinahe jeder zehnte erwachsene Deutsche zählt zu den sogenannten funktionalen Analphabeten. In Lübeck sind dies geschätzte 20.000 Menschen. Laut einer Studie der Universität Hamburg haben über 50 % von ihnen Deutsch als Muttersprache gelernt. Sie können Buchstaben, Wörter und einzelne Sätze lesen und schreiben, haben jedoch Mühe, einen längeren Text zu verstehen. Das Lesen zum Beispiel von Busfahrplänen, Backrezepten oder Beipackzetteln von Medikamenten stellt für diese Mitbürger eine unüberwindbare Hürde dar.

Zwar haben Bund und Länder im Jahr 2016 die „Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ ausgerufen. Bis der Bund allerdings den Organisationen, die die Alphabetisierung vor Ort durchführen, finanziell unter die Arme greift, sollte die Stadt die Finanzierung der Alphabetisierungskurse übernehmen. „Wir müssen alles in unserer Macht Stehende tun, allen Mitbürger*innen zu ermöglichen, Lesen und Schreiben als Grundlage von Bildung und Teilhabe an öffentlichem und beruflichem Leben zu erlernen. Die Unabhängigen fordern deshalb Bürgermeister Lindenau zusätzlich auf, bereits in diesem Jahr dafür Sorge zu tragen, dass alle Menschen dieses Angebot der Volkshochschule kostenfrei nutzen können,“ so Heike Wiechmann weiter.